virus31 kultur ist keine ware
 
kultur in gefahr
 Charta   Hausaufgaben   theatre danger   Termine   Dokumente   Presse   Links   Kontakt 
theatredanger :: aktuell

Politisches Engagement ist für deutsche Künstler längst ein Fremdwort, für Pasolini war es selbstverständlich 

Zum 30. Todestag von Pier Paolo Pasolini erinnert telepolis an einen leidenschaftlichen Provokateur: "Ewig in Opposition"
"Heute vor 30 Jahren wurde Pier Paolo Pasolini ermordet. Wer dahinter steht, ist immer noch fraglich. Der damals verurteilte Täter hat erst vor wenigen Monaten sein Schuldeingeständnis öffentlich widerrufen, seine Aussagen legen einen politisch motivierten Mord nahe. Tatsächlich stand Italien Anfang der 70er Jahre am Rande eines Staatsstreichs und der Schriftsteller und Filmemacher griff seine mächtigen Gegner unverblümt an. Es war sein Selbstverständnis als Intellektueller, sich "mit dem ganzen Körper, mit allen Sinnen" in den Kampf zu werfen. Von heute aus betrachtet muten diese öffentlichen Interventionen anachronistisch an. Unter deutschen Künstlern und Intellektuellen gilt ja bereits die Unterzeichnung eines Wahlaufrufs als beherzte Tat. Dabei gäbe es genug zu tun."
"...gab es in den letzten Jahren durchaus eine Öffnung der Intellektuellen zur Politik: Die Einladungen zu rotweinseligen Abenden in Schröders Kanzleramt hat die künstlerische Elite gerne angenommen. Der teilnehmende Lyriker Durs Grünbein hat es für sich so auf den Punkt gebracht:
Die Stellung eines Künstlers zu Gerhard Schröder ist die einer Diva zu einer anderen Diva.
Hier liegt wohl ein Schlüssel zur Erklärung: Diven leben in einer außerordentlich selbstbezogenen Welt. Außerhalb dieser selbstgebauten Mauern sind die politischen und sozialen Probleme jedoch nicht kleiner geworden. Das hat vor wenigen Wochen der Ansturm der afrikanischen Migranten auf die EU-Exklaven Ceuta und Meilla gezeigt. Die globalen Widersprüche zwischen Arm und Reich nehmen zu, täglich sterben 30.000 Menschen an Armut, weltweit stehen militärische und wirtschaftliche Interventionen auf der Agenda."
Artikel lesen  

 

* 

Posted: Do - November 3, 2005 at 03:18 nachm.  
   
>
 
impressum