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Frankreich: Streik der KulturschaffendenDie deutsche Presse hüllt sich in Schweigen. Man findet kaum
Berichte über die sozialen und kulturellen Kämpfe, die seit Juni 2003
in Frankreich stattfinden.
Eine Dokumentation der Streikbewegung in Frankreich ist zugleich ein Bericht über deutsche Pressezensur. Die Koordination der "Intermittents und Prekären der Ile de France" ist ein Zusammenschluss von Künstlern und Technikern aus den Bereichen Film, Fernsehen und Theater. Ihr Kampf richtet sich gegen eine Kulturpolitik der französischen Regierung und des Unternehmerverbands MEDEF, die die soziale Existenz von 100.000 Menschen im Kulturbereich zerstört. Die "Intermittents" wendet sich an alle Kulturschaffenden Europas, einer Politik der Globalisierung zu widerstehen: "Die europäischen Staaten kommen den Verpflichtungen nach, an die sie das GATS-Abkommen (das ohne jede demokratische Debatte 1994 im Rahmen der Welthandelsorganisation unterzeichnet wurde) bindet , welches vorsieht, alle Dienstleistungen zu liberalisieren : im Kultursektor, wie auch in Gesundheitswesen, Schulung und Forschung." Eine Kulturpolitik unter dem Diktat der Kommerzialisierung und Privatisierung zerstört die kulturelle Vielfalt Europas und die Autonomie des Künstlers. »Akion-Utopie - virus31« wird an dieser Stelle durch Berichte und Hinweise dem Informationsdefizit begegnen. Als erstes folgt ein Hinweis auf die Internetseite »LabourNet German «:
Link: http://www.labournet.de/internationales/fr/kultur.html
Frankreich: Streik der Kulturschaffenden ![]() • Parallel zum ESF: Kulturstreik vor Entscheidungspunkt ? "ESF-TeilnehmerInnen aufgepasst: Wer sich in den kommenden Tagen nach Paris, Saint-Denis und Bobigny begibt, wird zufällig auch Zeitzeuge der nächsten Phase des französischen Kulturstreiks. Diese kündigt sich als entscheidende Phase an. An spektakulären Aktionen, bis hin zur Unterbrechung der Abendnachrichten des öffentlichen Fernsehkanals France 2 durch Kulturschaffende am Montag abend, besteht derzeit kein Mangel...." Artikel von Bernard Schmid vom 11. November 2003 • Vorläufiger Erfolg der streikenden Kulturschaffenden. "Auf
unspektakuläre Weise stellte sich vergangene Woche einer der
größten Erfolge ein, den die sozialen Bewegungen in Frankreich in
diesem Jahr zu verzeichnen hatten. Durch ein Schreiben an seine "Sozialpartner"
lud der Arbeitgeberverband MEDEF zur Neuaufnahme von Verhandlungen über die
soziale Absicherung von Kulturschaffenden ein. Die neue Verhandlungsrunde soll
am Donnerstag, 13. November beginnen. Für diesen Tagen haben die
prekären Kulturschaffenden (intermittents) nunmehr bereits auf breiter
Front zu einem Generalstreik im Kulturbetrieb aufgerufen...." Artikel von Bernhard Schmid, Paris, vom
9.11.2003
• Intermittents: "Il existe une autre réforme" (Es gibt eine
andere Reform). Einen Gegenentwurf zum Regierungsprojekt haben die
Streikversammlungen der Prekären des Kultursektors beschlossen - mit ihm
sollen insbesondere die Kulturschaffenden mit den geringsten Einkommen, die bei
kleinen Theatern, Filmstudios usw. arbeiten, abgesichert und zu einem
solidarischen Ausgleich mit denen, die in den grossen Medien und Sendern
arbeiten, geführt werden. Abgedruckt ist der beschlossene
(französische) Text in (und bei) der Zeitung "Humanité"
vom 5.November 2003.
• Spektakuläre Aktionen der "intermittents du spectacle". "Die
Bewegung der prekären Kulturschaffenden (intermittents du spectacle), die
Frankreich den Hochsommer über im Atem hielt, macht seit einigen Tagen
wieder viel von sich reden...." Artikel von Bernhard Schmid,
Paris
• »Für den Sinn unserer Arbeit!« Ein Papier aus
Frankreich bereichert die Debatte über die prekär Beschäftigten
im Kulturbereich - und darüber hinaus. Link zur Dokumentation in Jungle World 37 vom 03.
September 2003
• Von "Guérillac" nach Paris: Fortgang des Kulturstreiks in
Frankreich. Fotoreportage von Bernhard Schmid (Aurillac / Paris) über das
französische und internationale Festival für Straßentheater, das
alljährlich in diesem Jahr zum 18. Mal in Aurillac 19.- 23.
August stattfand. Siehe Bericht und Fotogalerie
• Sozialer Aufruhr auch am 14. Juli. Artikel von Bernard Schmid vom
15.7.2003
• Frankreich: Kulturstreik radikalisiert sich. Aktueller Bericht von Bernard Schmid vom
10.7.2003
• Nur die Zikaden singen. "Für Frankreichs Kultursaison wird
es dieses Jahr nur einen kurzen Sommer geben. Viele Festivals sind bereits
abgesagt. Tausende Künstler streiken wegen der Kürzungen ihrer
Sozialversorgung. Auch das renommierte Theaterfestival in Avignon ist betroffen.
Es hätte vor zwei Tagen beginnen sollen.." Link zum Bericht von Dorothea Hahn in der taz vom
10.7.2003
• Streik der Kulturschaffenden sorgt für heißen Sommer.
„Schluss mit der Gewalt“, forderte der Gewerkschaftsbund CFDT am
Freitag voriger Woche (27. Juni) ultimativ in einem Kommuniqué. Am selben
Vomittag waren mehrere regionale CFDT-Büros - begonnen mit jenem in Valence
im Rhône-Tal - besetzt worden..." So beginnt der neue Beitrag von Bernard Schmid im LabourNet Germany
über den Widerstand der Kulturschaffenden gegen die weitere
Verschlechterung ihrer Situation.
Posted: Di - November 11, 2003 at 02:22 nachm. > |
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